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Deine KI-App ist dein zweites Gehirn. Und sie hat Alzheimer.

Claude Code und Gemini CLI löschen Transkripte nach 30 Tagen, Jean löscht archivierte Sessions nach 7. Was KI-Apps vergessen, mit Quellen – und was Splitkick tut.

Du hattest dieses Gespräch. Du weißt noch, dass es stattgefunden hat. Du weißt sogar noch, was der Agent herausgefunden hat: die eine falsche Rechnungsnummer, den Absatz, der sich endlich gut las, den Grund für die doppelten Zeilen beim Import. Jetzt willst du es wieder aufrufen – und die App zeigt dir nichts.

Nicht dein Gedächtnis lässt dich im Stich, sondern das der App. Die meisten KI-Tools vergessen nach Plan, und dieser Plan steht nicht dort, wo du nachschauen würdest.

Claude Code: 30 Tage, dann ist es weg

Claude Code legt jede Session als Transkript unter ~/.claude/projects/ ab. Beim Start löscht es alle Transkripte, die älter als 30 Tage sind. Zuständig ist die Einstellung cleanupPeriodDays. 0 ist nicht erlaubt – willst du alles für immer behalten, trägst du also eine sehr große Zahl ein. Beim Aufräumen verschwinden außerdem die Tool-Ergebnisse, die Pläne und der Dateiverlauf der Session. (Claude Code docs: the Claude directory)

Auch innerhalb der 30 Tage findest du eine Session nicht unbedingt wieder. claude --resume zeigt nur Sessions aus dem aktuellen Ordner. Sessions aus anderen Ordnern, nicht-interaktive Läufe und Loop-Sessions bleiben verborgen, es sei denn, du drückst Ctrl+A oder kennst die ID. (Claude Code docs: sessions) Dazu kommt: Das Transkriptformat „is internal and changes between versions“. Ein Backup-Skript, das letzten Monat noch funktioniert hat, kann heute schon scheitern.

Claude.ai: Deine Kopie ist nicht ihre Kopie

In den Claude-Apps bleiben Chats erhalten, bis du sie löschst. Seit Oktober 2025 entscheidest du selbst: Erlaubst du das Training, werden de-identifizierte Kopien fünf Jahre lang aufbewahrt. Lehnst du ab, gilt die übliche Frist von 30 Tagen. Löschst du einen Chat, ist er sofort weg und wird innerhalb von 30 Tagen endgültig entfernt. (Anthropic privacy centre, consumer terms update)

Das lange Gedächtnis liegt also beim Anbieter, fürs Training. Dir bleibt, was du nicht gelöscht hast – solange du das Konto noch hast.

ChatGPT: „temporär“ heißt 30 Tage

ChatGPT behält Chats, bis du sie löschst; gelöschte Chats werden innerhalb von 30 Tagen endgültig entfernt. Ein „temporärer Chat“ taucht zwar nicht in deinem Verlauf auf, eine Kopie wird aber trotzdem bis zu 30 Tage aufbewahrt. (OpenAI help centre) 2025 musste OpenAI wegen einer US-Gerichtsanordnung rund fünf Monate lang jeden gelöschten und temporären Chat aufbewahren. Die Anordnung endete am 2025-09-26 – die Logs aus dieser Zeit liegen aber noch immer dort. (Engadget)

Die anderen

  • Die Gemini-App löscht deine Aktivitäten standardmäßig nach 18 Monaten. (Google help) Die Gemini CLI löscht Sessions nach 30 Tagen, ab Werk eingeschaltet. (Gemini CLI docs)
  • Cursor löscht lokale Chats nicht direkt, es verliert sie eher: Nach einer fehlgeschlagenen Migration oder mit einer geänderten Workspace-ID liegen sie zwar noch auf der Festplatte, tauchen aber nirgends mehr auf. Für Transkripte von Cloud-Agenten gibt es weder eine Aufbewahrungsgrenze noch einen Löschen-Button. (Cursor forum)
  • OpenCode behält alles, aber die Session-Auswahl zeigte nur die letzten 30 Tage. Die Anfrage, das zu ändern, wurde als „not planned“ geschlossen. (OpenCode issue #16733)
  • Die GitHub Copilot CLI lädt deine lokalen Sessions standardmäßig auf GitHub.com hoch. (GitHub docs)
  • Jean, die Basis von Splitkick, löscht archivierte Sessions nach 7 Tagen – es sei denn, du setzt archive_retention_days auf 0. (Jean docs)

Versteckt ist nichts davon, es steht alles in der Doku. Nur schaust du da nicht nach, wenn gerade ein Gespräch verschwunden ist.

Was ein zweites Gehirn braucht

Ein zweites Gehirn muss drei Dinge können, die dir eine Chat-App nicht bietet:

  1. Es gehört dir. Dateien auf deiner Festplatte, in einem Format, das du auch ohne die App lesen kannst.
  2. Es hat kein Verfallsdatum. Nichts wird gelöscht, nur weil ein Zähler abgelaufen ist.
  3. Du findest wieder, was du suchst. Die Suche läuft über alle Projekte, nicht nur über den aktuellen Ordner.

Was Splitkick tut

Splitkick speichert jede Nachricht, jeden Plan und jedes Ergebnis selbst, in eigenen Session-Dateien auf deiner Festplatte. Diese Kopie holt sich Splitkick nicht aus den Transkripten von Claude Code. Deshalb lässt das 30-Tage-Aufräumen von Claude Code deinen Verlauf in Splitkick in Ruhe. Die Suche läuft über alle Projekte.

Eine Sache hatten wir von Jean übernommen und haben sie geändert: Archivierte Sessions wurden standardmäßig nach 7 Tagen gelöscht. Seit Splitkick 1.0 ist die Voreinstellung nie, und beim Import aus Jean schaltet Splitkick die 7-Tage-Löschung ab. Archivieren blendet nur aus – gelöscht wird erst, wenn du es tust. Wo die Dateien liegen und wie du sie sicherst: Files on disk (englisch).

Wenn du behalten willst, was schon in Claude Code liegt: Setz noch heute cleanupPeriodDays in ~/.claude/settings.json auf eine große Zahl. Für alles andere gibt es dann Splitkick.

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